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Ein diskreter Held

Ein diskreter Held Von Mario Vargas Llosa September 2013 (Suhrkamp), 381 Seiten

Beschreibung: Der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa erzählt in seinem neuen Roman zwei Geschichten von Männern, die sich nicht unterkriegen lassen und die an ihren moralischen Werten festhalten. Die beiden Geschichten werden parallel erzählt und haben lange Zeit nichts miteinander zu tun. Der Fuhrunternehmer Felicito hat sich hochgearbeitet und kann sich und seiner Familie – er ist verheiratet und hat zwei Söhne – einen bescheidenen Wohlstand bieten. Er leistet sich sogar eine Geliebte, die er jede Woche besucht. Eines Tages erhält er einen in einem sehr höflichen Ton gehaltenen Brief, in welchem die Rede ist, dass es doch schade wäre, wenn seine florierende Firma Schaden nehmen würde. Kurzum: die Mafia will Schutzgeld von ihm. Doch Felicito geht nicht auf die Forderungen ein, denn sein Vater hat ihn eines gelehrt: „Lass dich nie von jemandem herumschubsen!” Doch die Dinge spitzen sich zu: sein Büro wird abgefackelt und seine Geliebte wird entführt. Im Mittelpunkt der zweiten Geschichte steht Rigoberto, Direktor einer großen Versicherungsgesellschaft und seit kurzem im Ruhestand. Er freut sich auf die Pension und will sich der Kunst und der Literatur widmen. Auch eine Bildungsreise nach Europa ist geplant. Doch daraus wird nichts: sein ehemaliger Vorgesetzter, der Besitzer der Versicherung, bittet ihn um eine großen Gefallen. Er soll sein Trauzeuge sein. Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch die Sache hat einen Haken, eigentlich sogar mehrere. Der Bräutigam ist über 80 und die Braut einige Jahrzehnte jünger. Außerdem warten die beiden missratenen Söhne darauf, dass der Alte endlich stirbt, damit sie sein Erbe verprassen können. Sie wollen die Hochzeit mit allen Mitteln verhindern.

Mein Fazit: Beide Männer halten an ihren Werten fest und versuchen trotz aller Widrigkeiten, ihre Würde zu bewahren. Man kann sie als Helden unserer Tage bezeichnen. Beide müssen auch große menschliche Enttäuschungen (die vor allem mit den Söhnen zu tun haben) verkraften. Beide Erzählungen sind spannend, dramatisch und ungemein witzig. Vargas Llosa ist ein Meister in der plastischen Beschreibung von Figuren.

Empfehlung: Absolut zu empfehlen!

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